Die Stellensuche in der Schweiz kann frustrierend sein, besonders, wenn Bewerbungen ins Leere laufen oder Absagen zur Routine werden. Oft liegt der Grund in klassischen Fehlern, die vielen Bewerber:innen unterlaufen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die 10 häufigsten Fehler bei der Jobsuche und wie Sie diese gezielt vermeiden.
1. Ohne klare Zielsetzung starten
Ein häufiger Fehler ist, ohne einen konkreten Plan in die Stellensuche zu starten. Doch wer nicht weiss, wonach er oder sie sucht, wird selten fündig.
Tipp: Erstellen Sie vorab ein persönliches Jobprofil. Definieren Sie, welche Branche, Funktion, Region und welches Pensum zu Ihnen passen und gleichen Sie Ihre Vorstellungen mit dem aktuellen Arbeitsmarkt ab. Mit einer Work-ID können Sie auch sofort Ihre Jobsuche auf Basis dieser Vorstellungen starten. Auch ein Jobabo eignet sich hierfür sehr gut.
2. Massenbewerbungen ohne Individualisierung
Ein generisches Bewerbungsschreiben, das an dutzende Firmen geht, wirkt lieblos und landet oft direkt im Papierkorb. Ja, künstliche Intelligenz kann ein sehr guter Helfer bei der Jobsuche sein, jedoch sollte Ihre Bewerbung, insbesondere Ihr Motivationsschreiben, auch eine persönliche Note mitbringen.
Tipp: Passen Sie jede Bewerbung selbst individuell auf die ausgeschriebene Stelle an. Zeigen Sie, dass Sie sich mit dem Unternehmen und der Aufgabe wirklich auseinandergesetzt haben und Ihre Bewerbung nicht bloss aus ein paar KI-Prompts besteht.
3. Unvollständige oder fehlerhafte Bewerbungsunterlagen
Schreibfehler, ein veraltetes Layout oder fehlende Dokumente sind K.-o.-Kriterien für jede Bewerbung. Zu einem vollständigen Bewerbungsdossier gehören:
- ein vollständiger Lebenslauf,
- ein Motivationsschreiben,
- relevante Arbeitszeugnisse und Diplome,
- aktuelle Referenzen,
- ein einheitliches, modernes Design,
- keine Rechtschreibfehler
- und vor allem ein korrekt geschriebener Firmenname.
Tipp: Nutzen Sie Unterstützungstools für die schriftliche Bewerbung. Damit wirken Sie professioneller, anstatt alles von Grund auf selbst zu erstellen. Lassen Sie Ihre Bewerbung zudem erst von einem Familienmitglied oder Bekannten gegenlesen, um grammatikalische Fehler zu vermeiden.
4. Nur online suchen und offline vergessen
Viele Stellen werden nie gross öffentlich ausgeschrieben, sondern über Kontakte vergeben. Wer ausschliesslich auf Jobportalen sucht, verpasst diese verdeckten Chancen. Nutzen Sie alle Ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle und Optionen:
- Jobplattformen
- Persönliche Netzwerke
- Initiativbewerbungen
- RAV / Personalberatung
Tipp: Informieren Sie Ihr Umfeld aktiv über Ihre Jobsuche. Oft ergeben sich überraschende Möglichkeiten über Bekannte, ehemalige Kolleginnen und Kollegen oder berufliche Kontakte.
5. Angst, sich selbst zu verkaufen
In der Schweiz gilt Bescheidenheit als Tugend, aber wer sich im Bewerbungsprozess nicht zeigt, bleibt unsichtbar. Zeigen Sie, was Sie können, und stehen Sie zu Ihren Stärken. Fragen Sie sich:
- Was unterscheidet mich von anderen Bewerber:innen?
- Welchen Mehrwert biete ich einem Unternehmen?
Tipp: Üben Sie, idealerweise mit konkreten Worten, Ihre Stärken in Worte zu fassen. Holen Sie sich dazu auch gleich ein Feedback ein. Das kann dabei helfen, Ihre Wirkung realistischer einzuschätzen.
6. Nur «perfekte» Stellenangebote beachten
Viele Bewerber:innen warten auf ein Inserat, das zu 100% zu Ihnen passt und bewerben sich deshalb zu selten. Fakt ist: Wenn Sie 70-80% der Anforderungen erfüllen, lohnt sich eine Bewerbung.
Tipp: Legen Sie in einem solchen Fall bei Ihrer Bewerbung einen klaren Fokus auf Ihre Lernbereitschaft. Damit signalisieren Sie, dass auch die restlichen 20-30% für Sie kein Hindernis darstellen.
7. Unvorbereitet ins Vorstellungsgespräch
Ein überzeugendes Dossier verschafft Ihnen noch keinen Job, es bringt Sie nur zum Gespräch. Erst dort entscheidet sich, ob Sie den Job erhalten. Bereiten Sie sich also bestmöglich darauf vor:
- Üben Sie typische Fragen
- Recherchieren Sie über das Unternehmen
- Bereiten Sie eigene Fragen vor
Tipp: In unserem Ratgeber finden Sie eine vollumfängliche Checkliste, mit der Sie sich bestmöglich auf jedes Gespräch vorbereiten können.
8. Keine Nachverfolgung
Viele Bewerber:innen versenden ihre Unterlagen und hören nie wieder etwas. Dabei lohnt sich aktives Nachfragen.
Tipp: Melden Sie sich 7-10 Tage nach Versand Ihrer Bewerbung. Höflich, aber bestimmt.
9. Zu hohe oder zu tiefe Erwartungen
Manche Bewerber:innen lehnen jede Stelle ab, die nicht perfekt ist. Andere nehmen aus Angst vor Arbeitslosigkeit jede Stelle an. Definieren Sie realistische Ziele, bleiben Sie aber gleichzeitig selbstbewusst. Akzeptieren Sie nicht weniger, als Sie wert sind.
Tipp: Nutzen Sie Online-Gehaltsrechner oder vergleichen Sie ähnliche Stellenprofile, um Ihre Erwartungen sowohl finanziell als auch inhaltlich realistisch einzuordnen.
10. Zu wenig Geduld, zu schnell aufgeben
Die Jobsuche verläuft selten geradlinig. Absagen gehören dazu. Entscheidend ist, wie Sie damit umgehen. Wer zu früh aufgibt, verpasst oft die besten Chancen. Merken Sie sich: Jede Bewerbung bringt Sie näher ans Ziel. Rückmeldungen, auch negative, können Ihnen helfen, sich zu verbessern.
Tipp: Führen Sie eine Bewerbungsübersicht mit Datum, Firma, Rückmeldung und Lerneffekt. Dadurch stärken Sie Ihre Motivation und optimieren Ihre Bewerbungsstrategie.
Jobsuche ist Strategie, kein Zufall
Wer sich gut vorbereitet, strukturiert vorgeht und die häufigsten Fehler vermeidet, erhöht seine Chancen auf eine neue Stelle massiv. Setzen Sie auf Qualität statt Quantität, bleiben Sie geduldig und nutzen Sie die Vielfalt an Jobportalen und Netzwerken in der Schweiz.
Lernen Sie im nächsten Schritt, auf welche typischen Fehler Sie bei Ihrem Bewerbungsschreiben achten sollten. Fühlen Sie sich nun bereit, Ihre Jobsuche bestmöglich anzugehen? Dann starten Sie gleich jetzt und durchstöbern Sie alle aktuell offenen Stellen der Schweiz.
