Gehalt verhandeln wie ein Profi: 5 typische Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten

Für viele Stellensuchende ist eine Gehaltsverhandlung ein unangenehmes Thema. Dabei ist sie eine der wichtigsten Phasen im Bewerbungsprozess. Ob Sie aktiv auf Jobsuche sind oder ein spannendes Angebot erhalten haben: Entscheidend ist, wie gut Sie verhandeln, denn davon hängt ab, ob sich der Wechsel wirklich lohnt.

Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel, steigenden Lebenshaltungskosten und mit einem wachsenden Bewusstsein für faire Löhne ist eine kluge Gehaltsstrategie wichtiger denn je. Umso erstaunlicher ist es, wie oft dieselben Fehler gemacht werden. Wir zeigen Ihnen, welche fünf Stolperfallen Sie heute unbedingt vermeiden sollten – und wie Sie es besser machen.

Fehler Nr. 1: Emotionale oder private Argumente verwenden

«Meine Miete ist gestiegen», «Ich habe zwei Kinder zu versorgen» oder «Das Leben ist einfach teurer geworden» – all das mag stimmen. Doch in einer Gehaltsverhandlung haben solche persönlichen Faktoren nichts zu suchen.

Private Belastungen sind für Ihr Gegenüber nicht messbar und lassen sich schlecht mit den Anforderungen oder Zielen des Unternehmens verbinden. Wer mit Emotionen argumentiert, wirkt schnell unprofessionell.

Besser ist es, wenn Sie klar aufzeigen, welchen Beitrag Sie leisten oder künftig leisten werden. Konkrete Erfolge, gesteigerte Verantwortung oder neue Kompetenzen sind objektive Argumente, mit denen Sie Ihre Forderung untermauern können.

Fehler Nr. 2: Keine Vorbereitung und kein Marktvergleich

Ohne Vorbereitung in eine Verhandlung zu gehen, ist ein Klassiker – und kann teuer werden. Viele Bewerber:innen kennen weder den Marktwert ihrer Position noch haben sie eine klare Vorstellung davon, was sie selbst verlangen möchten.

Wer unvorbereitet wirkt, strahlt Unsicherheit aus und signalisiert, dass ihm oder ihr die eigene Leistung nicht bewusst ist. Auch unrealistische Forderungen lassen sich ohne Vergleichswerte schwer rechtfertigen.

Besser ist es, sich vorzubereiten. Nutzen Sie Gehaltsvergleichs-Tools, informieren Sie sich auf spezialisierten Jobplattformen oder ziehen Sie aktuelle Studien heran. Auch unser firmeneigener Jobagent kann Ihnen dabei helfen, realistische Bandbreiten für Ihre Zielposition zu ermitteln.

Fehler Nr. 3: Das falsche Timing

Sie bringen das Thema Gehalt im Erstgespräch auf, erwähnen Ihre Wunschsumme nebenbei oder stellen Ihre Forderung kurz nach einem kritischen Meeting? Das ist keine gute Idee.

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend dafür, wie offen Ihr Gegenüber auf Ihre Argumente eingeht. In der falschen Situation wirkt Ihre Forderung schnell fordernd oder unpassend.

Besser ist es, wenn Sie auf einen Moment warten, in dem Ihre fachliche Eignung bestätigt ist. Nach einem erfolgreichen Gespräch oder Projekt bietet sich oft eine gute Möglichkeit, eine Lohnverhandlung anzusprechen. Planen Sie genug Zeit ein und lassen Sie Ihr Gegenüber wissen, dass Sie das Thema gerne strukturiert besprechen möchten.

Fehler Nr. 4: Eine Gehaltsbandbreite statt einer konkreten Zahl nennen

«Ich stelle mir ein Gehalt zwischen 80’000 und 90’000 Franken vor» mag nach Offenheit klingen, kann aber nach hinten losgehen.

Wer eine Bandbreite nennt, signalisiert Unsicherheit oder Verhandlungsbereitschaft und riskiert, am unteren Ende der Skala zu landen. Noch problematischer ist, dass die Führungskraft Ihre Vorstellung schwer einschätzen kann.

Besser wäre, wenn Sie eine konkrete Zahl nennen, zum Beispiel «87’500 Franken». Begründen Sie diese mit Ihrer Erfahrung, Ihren Fähigkeiten und den Marktwerten. Studien zeigen: Präzise Zahlen wirken durchdacht und selbstbewusst.

Nutzen Sie zur Vorbereitung am besten einen Lohnrechner, um zu sehen, welches Gehalt für Ihre Branche, Region und Berufserfahrung üblich ist.

Fehler Nr. 5: Das erste Angebot sofort akzeptieren

Ein häufiger Fehler bei Gehaltsverhandlungen ist es, das erste Angebot sofort zu akzeptieren – gerade bei Berufseinsteiger:innen oder einem dringend erwarteten Stellenwechsel. Wer das erste Angebot jedoch ohne Rückfragen annimmt, vergibt oft wertvolles Potenzial.

Der Grund: Unternehmen kalkulieren meist mit einem Verhandlungsspielraum. Wer diesen nicht nutzt, bleibt unter seinen Möglichkeiten – oder vermittelt den Eindruck, das Angebot nicht ernsthaft geprüft zu haben.

Besser ist es, sich für das Angebot zu bedanken und sich Zeit zur Prüfung zu lassen. Überlegen Sie sich gut, ob Gehalt, Zusatzleistungen und Perspektiven für Sie zusammenpassen. Selbst wenn Sie mit dem Angebot zufrieden sind, können Sie zusätzliche Leistungen (z.B. Weiterbildungen, Boni, Homeoffice-Regelungen) verhandeln.

Vorbereitung, Timing und Selbstbewusstsein sind Ihre stärksten Verbündeten

Gehaltsverhandlungen sind keine unangenehme Pflicht, sondern eine Chance. Wer sich gut vorbereitet, sachlich argumentiert und klar kommuniziert, hat die besten Chancen auf ein Resultat, mit dem beide Seiten zufrieden sind. Sind Sie noch auf der Suche nach einem passenden Job für Sie? Finden Sie jetzt passende Stellenangebote und lernen Sie im gleichen Zug, wie Sie die Lohnverhandlung im Vorstellungsgespräch richtig angehen.