Immer mehr Menschen nutzen heute flexible Arbeitsmodelle, um ein zusätzliches Einkommen zu erzielen oder unabhängiger zu arbeiten. Steigende Lebenshaltungskosten und der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung führen dazu, dass klassische Vollzeitstellen zunehmend ergänzt werden.
Dabei spielt die sogenannte Gig Economy eine zentrale Rolle und hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt.
Was ist die Gig Economy?
Gig Economy ist eine Arbeitsform, bei der Personen einzelne Aufträge für Unternehmen oder Privatpersonen übernehmen, ohne in einem festen Arbeitsverhältnis zu stehen. Die Zusammenarbeit erfolgt kurzfristig und auf Projektbasis. Die Entlohnung erfolgt pro Auftrag, also pro «Gig».
Welche Bedeutung hat diese Arbeitsform?
Die Digitalisierung hat ortsunabhängiges Arbeiten stark vereinfacht und damit neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht. In diesem Zuge verändert sich auch das traditionelle Vollzeitmodell: Unternehmen strukturieren ihre Aufgaben zunehmend in einzelne Projekte oder Teilbereiche und vergeben diese dann an externe Fachkräfte.
Die Gig Economy ergänzt dabei das klassische Arbeitsmodell, anstatt es zu ersetzen. Sie wird insbesondere dann eingesetzt, wenn Unternehmen flexibel auf kurzfristige Anforderungen reagieren oder spezifisches Know-how für einzelne Aufgaben benötigen.
Wer profitiert heute von der Gig Economy?
Besonders gefragt sind Personen mit spezialisierten Fähigkeiten sowie solche, die sich selbst vermarkten können und über ein starkes Netzwerk verfügen. Sie haben die Möglichkeit, ein überdurchschnittliches Einkommen zu erzielen und vielfältige Arbeitserfahrungen zu sammeln.
Gleichzeitig zeigt sich, dass neben Spezialistinnen und Spezialisten auch sogenannte Generalistinnen und Generalisten profitieren. Dabei handelt es sich um Personen, die verschiedene Fähigkeiten kombinieren und moderne Tools wie Künstliche Intelligenz effizient einsetzen können.
Auch Arbeitnehmende in geringer qualifizierten Tätigkeiten, etwa in der Reinigung oder im Detailhandel, nutzen diese Arbeitsform. Sie gewinnen an Flexibilität in der Arbeitsgestaltung, sehen sich jedoch häufig einem erhöhten Preisdruck ausgesetzt.
Auch Studierende, ältere Personen, Menschen mit Einschränkungen, Rentner sowie Eltern, die ortsunabhängig oder von zu Hause aus arbeiten möchten, profitieren.
Vorteile der Gig Economy
Das Konzept bietet eine Möglichkeit, das klassische Vollzeitmodell zu ergänzen oder teilweise zu ersetzen.
Arbeitnehmende geniessen ein hohes Mass an Unabhängigkeit. Sie können Arbeitszeit, Arbeitsort und oft auch den Preis ihrer Dienstleistung selbst bestimmen.
Für Arbeitgeber bietet die Gig Economy die Möglichkeit, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und auf einen grossen Pool an Arbeitskräften zuzugreifen.
Freiheit oder neue Abhängigkeit?
Trotz der Vorteile zeigt sich heute ein differenzierteres Bild.
Bei Plattformen wie Uber können Arbeitszeiten zwar flexibel gewählt werden, gleichzeitig geben Algorithmen oft vor, wann und wie gearbeitet wird. Die viel zitierte Freiheit wird dadurch teilweise eingeschränkt.
Zudem entsteht durch globale Plattformen ein höherer Wettbewerb, was in vielen Bereichen zu sinkenden Preisen führt.
Risiken des Arbeitsmodells
Zu den Verliererinnen und Verlierern der Gig Economy zählen insbesondere Arbeitnehmende ohne spezifische Qualifikationen, etwa in administrativen Tätigkeiten oder im mittleren Management. Diese Aufgaben werden zunehmend automatisiert oder in kostengünstigere Strukturen ausgelagert.
Zudem geraten auch klassische Freelance-Tätigkeiten verstärkt unter Druck. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglicht es, Aufgaben wie Texten, Design oder einfache Programmierung schneller und kostengünstiger zu erledigen.
Die Einkommenssicherheit bleibt für viele Gig-Arbeitende insgesamt eine zentrale Herausforderung.
Was bedeutet das konkret in der Praxis?
Die Entwicklung der Gig Economy zeigt sich nicht nur auf struktureller Ebene, sondern auch ganz konkret im Arbeitsalltag.
Ein Beispiel:
Eine Person arbeitet über eine Plattform als Fahrer oder übernimmt regelmässig Aufträge für denselben Anbieter. Während früher oft von kompletter Selbstständigkeit ausgegangen wurde, wird heute genauer hingeschaut. Wenn klare Vorgaben zu Arbeitszeiten, Preisen oder Abläufen bestehen, kann diese Tätigkeit eher einer klassischen Anstellung ähneln.
Für die betroffene Person kann das konkrete Vorteile bringen – etwa eine bessere Absicherung bei Krankheit oder Unfall sowie klare Regelungen bei Einkommen und Arbeitsbedingungen.
Für Arbeitnehmende bedeutet das: Die Grenzen zwischen selbstständiger Tätigkeit und Anstellung werden zunehmend differenzierter betrachtet, was zu mehr Orientierung und teilweise auch zu mehr Sicherheit führen kann.
Ausblick für die Zukunft
Die Gig Economy ist heute ein fester Bestandteil des Arbeitsmarktes und wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
Sie bietet mehr Flexibilität und neue Möglichkeiten, verlangt aber gleichzeitig ein hohes Mass an Eigenverantwortung. Langfristig profitieren vor allem jene Personen, die sich an neue Technologien anpassen und ihre Fähigkeiten kontinuierlich weiterentwickeln. Sind Sie sich unsicher, ob die Gig Economy zu Ihnen passt? Wir erklären Ihnen, welche verschiedenen Arten von Arbeitszeitmodellen es überhaupt gibt, um Sie bei der Entscheidung zu unterstützen. Und wenn Sie das passende Modell für sich entdeckt haben oder es bereits wissen, finden Sie bei uns unter allen offenen Stellen der Schweiz bestimmt auch gleich eine passende Möglichkeit dazu.
