Viele Stellen werden nie öffentlich ausgeschrieben. Wenn Sie trotzdem die Chance ergreifen möchten, in ein für Sie interessantes Unternehmen einzusteigen, können Sie eine Blindbewerbung in Betracht ziehen. Diese besondere Form der Bewerbung richtet sich weder an eine konkrete Stelle noch an eine bestimmte Ansprechperson. Sie ist ein Schritt ins Ungewisse, aber mitunter einer, der sich lohnen kann.
Was ist eine Blindbewerbung?
Bei einer Blindbewerbung bewerben Sie sich bei einem oder mehreren Unternehmen, ohne dass Sie eine konkrete Stelle, Abteilung oder Ansprechperson kennen. Sie senden Ihre Unterlagen also gewissermassen «auf gut Glück» und hoffen, mit Ihrem Profil auf Interesse zu stossen.
Blindbewerbungen werden häufig genutzt, wenn man in einer bestimmten Branche Fuss fassen möchte oder wenn man sich für mehrere Unternehmen gleichzeitig bewerben möchte, ohne über jeden einzelnen Arbeitgeber im Detail zu recherchieren.
Unterschied zur Spontan- und Initiativbewerbung
Die Begriffe Blind-, Spontan- und Initiativbewerbung werden oft verwechselt oder synonym verwendet, weil bei jeder der drei Bewerbungsformen keine initiierte Stellenausschreibung vorliegt. Sie bedeuten jedoch nicht genau dasselbe:
- Eine Initiativbewerbung ist gezielt und individuell auf ein bestimmtes Unternehmen ausgerichtet. Sie wissen, warum Sie dort arbeiten möchten und welche Tätigkeitsbereiche für Sie infrage kommen.
- Eine Spontanbewerbung ist ähnlich, erfolgt aber meist ungeplant – beispielsweise nach einem Messegespräch oder durch einen zufälligen Kontakt.
- Eine Blindbewerbung hingegen ist die allgemeinste Form: Sie wird ohne konkrete Zielrichtung, Ansprechpartner oder genaue Kenntnisse über das Unternehmen verschickt.
Vorteile einer Blindbewerbung
- Sie erreichen potenziell mehrere Unternehmen gleichzeitig und erhöhen Ihre Chancen, überhaupt ins Gespräch zu kommen.
- Mit etwas Glück wird Ihre Bewerbung genau im richtigen Moment gelesen – zum Beispiel, wenn gerade eine neue Stelle entsteht.
- Sie zeigen Eigeninitiative und unternehmerisches Denken.
Nachteile einer Blindbewerbung
- Die Erfolgsaussichten sind geringer als bei gezielten Bewerbungen.
- Ohne konkrete Ansprechperson oder Bezug kann Ihr Schreiben schnell allgemein wirken.
- Es besteht die Gefahr, dass die Bewerbung gar nicht die richtige Abteilung erreicht.
- Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Bewerbung gar nicht erst angeschaut wird oder Sie gar keine Rückmeldung erhalten.
Tipps für eine erfolgreiche Blindbewerbung
- Halten Sie Ihr Schreiben kurz und klar: Fokussieren Sie sich auf Ihre Kernkompetenzen und darauf, was Sie einem Unternehmen grundsätzlich bieten können.
- Vermeiden Sie Standardfloskeln: Auch wenn Sie kein spezifisches Unternehmen ansprechen, sollte Ihr Schreiben trotzdem persönlich und professionell wirken.
- Formulieren Sie einen klaren Nutzen: Erklären Sie, warum Ihre Erfahrung oder Ihr Fachwissen für viele Unternehmen relevant sein könnte.
- Pflegen Sie Ihr Netzwerk: Oft führen persönliche Kontakte dazu, dass Blindbewerbungen weitergereicht und ernsthaft geprüft werden.
Mit Initiative ins Unbekannte
Eine Blindbewerbung ist immer ein kleiner Sprung ins Ungewisse. Sie kann aber durchaus Chancen eröffnen, insbesondere in Branchen mit Fachkräftemangel oder hohem Personalumsatz. Wichtig ist, dass Sie sich der Grenzen dieser Bewerbungsform bewusst sind und sie gezielt als Ergänzung zu klassischen oder initiativen Bewerbungen einsetzen. Weitere hilfreiche Tipps für Ihre Bewerbungsstrategie finden Sie auch in unserem Ratgeber zu Spontanbewerbungen, welche sich der Blindbewerbung sehr ähneln. Sie sind sich nicht sicher, ob dies die passende Strategie für Ihre Situation ist? Dann stöbern Sie gleich in den aktuellen Stellenangeboten in der Schweiz, um gezielt nach offenen Positionen zu suchen.
