4-Tage-Woche – das Arbeitsmodell der Zukunft?

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel und mit ihr die Modelle, wie, wann und wie lange gearbeitet wird. Im Zentrum dieser Entwicklung steht New Work: Die Idee, Arbeit lebensfreundlicher und flexibler zu gestalten. Ein prominentes Beispiel dafür ist die 4‑Tage‑Woche: weniger Tage, gleiches oder reduziertes Pensum, jedoch kein Lohnverlust. Doch funktioniert dieser Ansatz wirklich in der Praxis?

Was ist die 4-Tage-Woche?

Die 4-Tage-Woche beschreibt eine Arbeitszeitverkürzung oder -verdichtung, bei der die reguläre Arbeitszeit auf vier Tage verteilt wird, jedoch den üblichen Gehalt der 42 Stundenwoche unverändert lässt. Zwei zentrale Varianten haben sich dabei etabliert:

  • Modell A – Reduzierte Wochenarbeitszeit: z.B. 36 Stunden auf vier Tage verteilt.
  • Modell B – Komprimierte Vollzeit: z.B. 42 Stunden auf 4 statt 5 Tage verteilt.

Vorteile und Chancen

Ein gut umgesetztes 4-Tage-Modell kann zahlreiche Vorteile bringen:

  • Höhere Mitarbeiterzufriedenheit durch mehr Freizeit und Erholungszeit
  • Produktivitätssteigerung, da weniger Zeit mit Übergängen, Einrichten und Aufräumen, verloren geht
  • Stärkeres Employer Branding – attraktiv für Fachkräfte, insbesondere jüngere Generationen
  • Weniger Pendelverkehr – ein zusätzlicher freier Tag reduziert Fahrten zur Arbeit, was CO2-Emissionen und Verkehrsbelastung senkt
  • Energieeinsparung im Betrieb – Büros und Arbeitsplätze müssen an weniger Tagen beheizt, beleuchtet oder klimatisiert werden

Beispiele aus der Praxis

Zwei Schweizer Unternehmen, die die 4-Tage-Woche getestet haben, sind die Elektro Oberland GmbH und das Park-Hotel in Winterthur – mit sehr unterschiedlichen Resultaten:

Elektro Oberland GmbH

Sie stellten auf eine 36-Stunden-Woche mit 9-Stunden-Tagen um. Die Mitarbeitenden hatten mehr Zeit für Familie, Hobbys und Weiterbildung. Die Zufriedenheit stieg spürbar, ohne Produktivitätsverlust.

Park-Hotel Winterthur

Sie verteilten die regulären 42 Stunden auf vier Tage, für 10.5 Stunden Tage. Die anstrengenden Schichten führten zu erhöhten Ermüdung und dadurch spürten die Mitarbeiter keinen tatsächlichen Freizeitgewinn. Gesetzliche Einschränkungen bei Nachtschichten erschwerten die Umsetzung zusätzlich. Nebst dem Personalengpässe gab es auch Zeiten wo nicht genug los war, um die Mitarbeiter auf Ihre Stunden zu bringen. Das Resultat: Das Modell wurde wieder aufgegeben.

Die 4-Tage-Woche ist also kein Allheilmittel. Diese Beispiele zeigen: Die Umsetzung muss zur Branche und zum betrieblichen Alltag passen, sonst droht Frust statt Fortschritt.

Fazit

Richtig eingesetzt, kann die 4-Tage-Woche ein wirksames Instrument zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeitermotivation sein. Entscheidend ist jedoch, dass das Modell zur Unternehmenskultur, Branche und den gesetzlichen Rahmenbedingungen passt. New Work bedeutet nicht, einfach ein Konzept zu kopieren, sondern Strukturen zu schaffen, die echten Mehrwert bringen.

In der Arbeitswelt kommt es ständig zu Änderungen. Sind Sie auf den neusten Stand mit den verschiedenen Arbeitszeitmodelle? Lesen Sie hier Beiträge über die verschiedenen Arten von Arbeitszeitmodellen oder was man unter «Smart Working» versteht.

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