Altersvorsorge 2026

Altersvorsorge 2026: Mehr AHV, tiefere Pensionskassenrenten – wie geht es weiter?

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Reicht meine Rente später überhaupt noch aus? Diese Frage beschäftigt viele Menschen in der Schweiz. Die Altersvorsorge gehört weiterhin zu den grössten Sorgen der Bevölkerung. Gleichzeitig verändert sich das Vorsorgesystem Schritt für Schritt. Mit der Einführung der 13. AHV-Rente steigen die Leistungen der ersten Säule, während die Renten aus der Pensionskasse aufgrund sinkender Umwandlungssätze seit Jahren tendenziell zurückgehen.

Doch was bedeuten diese Entwicklungen für Sie? Und reicht die Altersvorsorge künftig noch aus, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu sichern?

Warum viele an ihrer Altersvorsorge zweifeln

Viele Menschen blicken mit Unsicherheit auf ihre finanzielle Zukunft. Rund 70% der Befragten rechnen nicht damit, dass die AHV-Leistungen langfristig auf dem heutigen Niveau bleiben. Bei den Pensionskassen ist das Misstrauen mit 73% sogar noch grösser.

Gleichzeitig zeigt sich ein interessantes Bild: Trotz dieser Skepsis glauben 53% der Befragten, ihren Ruhestand mit Renten und Ersparnissen finanzieren zu können. Besonders zuversichtlich sind Personen mit einem höheren Einkommen.

Ein Blick auf die Entwicklung der Renten zeigt jedoch, dass viele ihre Altersvorsorge kritisch einschätzen. Bei einem Einkommen von CHF 100’000 sank die sogenannte Ersatzquote, also das Verhältnis zwischen Renteneinkommen und letztem Lohn, von über 62% im Jahr 2002 auf noch rund 51% im Jahr 2025. Gleichzeitig gingen die neu zugesprochenen Pensionskassenrenten aufgrund sinkender Umwandlungssätze um rund 40% zurück.

Als Orientierung gilt häufig eine Ersatzquote von rund 60%, um den bisherigen Lebensstandard im Alter weitgehend aufrechterhalten zu können.

Mehr AHV, aber tiefere Pensionskassenrenten

Genau hier zeigt sich die zentrale Entwicklung der Schweizer Altersvorsorge. Während die AHV mit der Einführung der 13. AHV-Rente ausgebaut wird, entwickeln sich die Leistungen vieler Pensionskassen seit Jahren in die entgegengesetzte Richtung.

Die zusätzliche AHV-Rente verbessert zwar das Einkommen im Ruhestand, sie kann den langfristigen Rückgang vieler Pensionskassenrenten jedoch nur teilweise ausgleichen. Für viele Versicherte bedeutet das: Trotz höherer AHV fällt die gesamte Altersvorsorge nicht automatisch höher aus.

Wenn Sie Ihren gewohnten Lebensstandard auch im Ruhestand beibehalten möchten, gewinnt die private Vorsorge deshalb zunehmend an Bedeutung.

AHV 21: Die Reform ist bereits Realität

Die ursprünglich geplante Reform «Altersvorsorge 2020» wurde 2017 an der Urne abgelehnt. Stattdessen erfolgte die Modernisierung schrittweise mit der Reform AHV 21.

Seit dem 1. Januar 2024 wird das Referenzalter der Frauen schrittweise an jenes der Männer angeglichen. Bis 2028 gilt für beide Geschlechter ein Referenzalter von 65 Jahren.

Die Anpassung erfolgt in mehreren Etappen:

  • 2025: Referenzalter 64 Jahre und 3 Monate
  • 2026: Referenzalter 64 Jahre und 6 Monate
  • 2027: Referenzalter 64 Jahre und 9 Monate
  • 2028: Referenzalter 65 Jahre

Frauen der Jahrgänge 1961 bis 1969 gehören zur Übergangsgeneration und profitieren von finanziellen Ausgleichsmassnahmen, welche die Auswirkungen des höheren Referenzalters teilweise abfedern.

Die 13. AHV-Rente kommt ab Ende 2026

Eine der grössten Änderungen ist die Einführung der 13. AHV-Rente. Ab Dezember 2026 erhalten AHV-Beziehende einmal jährlich eine zusätzliche Monatsrente. Das entspricht einer Erhöhung der jährlichen AHV-Leistungen um rund 8,3%.

Die Finanzierung ist allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. Zwar hat das Parlament eine Erhöhung der Mehrwertsteuer beschlossen, darüber wird das Stimmvolk jedoch noch abstimmen. Die Auszahlung der 13. AHV-Rente erfolgt unabhängig davon ab Dezember 2026. Gleichzeitig laufen bereits Diskussionen über weitere Reformen im Rahmen der AHV 2030.

Junge Generation blickt skeptischer in die Zukunft

Vor allem jüngere Menschen machen sich Gedanken darüber, wie ihre Altersvorsorge später aussehen wird. Während 41% der 18- bis 30-Jährigen an der langfristigen Stabilität der AHV zweifeln, sind es bei den 66- bis 79-Jährigen lediglich 6%.

Diese Unterschiede zeigen, dass insbesondere die jüngere Generation unsicher ist, mit welchen Leistungen sie im Ruhestand tatsächlich rechnen kann. Die politische Diskussion dreht sich deshalb längst nicht mehr nur um die Finanzierung der heutigen Renten, sondern auch um die langfristige Stabilität des gesamten Vorsorgesystems.

Mehr AHV allein wird die Herausforderungen nicht lösen

Die Einführung der 13. AHV-Rente verbessert die finanzielle Situation vieler Pensionierter. Gleichzeitig bleibt die Altersvorsorge langfristig eine Herausforderung. Mit der steigenden Lebenserwartung wächst auch der Finanzierungsbedarf des Vorsorgesystems.

Für Arbeitnehmende bedeutet das vor allem eines: Die staatliche und berufliche Vorsorge allein wird künftig möglicherweise nicht mehr ausreichen, um den bisherigen Lebensstandard vollständig zu sichern.

Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig mit der eigenen Vorsorgesituation auseinanderzusetzen. Wer seine Möglichkeiten kennt und zusätzlich privat vorsorgt, beispielsweise mit der Säule 3a oder der freien Vorsorge, kann gezielt für die Zukunft planen und finanzielle Lücken besser schliessen.

Gleichzeitig eröffnet der Fachkräftemangel in vielen Branchen neue Karrierechancen. Wer gefragte Skills der Zukunft gezielt weiterentwickelt, stärkt seine Position auf dem Arbeitsmarkt und schafft damit eine wichtige Grundlage für ein höheres Einkommen und eine langfristig bessere finanzielle Absicherung.

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