Reskilling: berufliche Neuorientierung

Reskilling: So gelingt die berufliche Neuorientierung

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Berufe verändern sich, neue Aufgaben entstehen und manchmal bietet der bisherige Beruf nicht mehr die gewünschten Perspektiven. Vielleicht möchten Sie bewusst die Branche wechseln, interessieren sich für ein neues Tätigkeitsfeld oder stellen fest, dass sich die Anforderungen in Ihrem Beruf verändern. Für eine solche berufliche Neuorientierung müssen häufig neue Fähigkeiten erworben werden und genau hier setzt Reskilling an.

Doch was bedeutet Reskilling genau und wie unterscheidet es sich vom Upskilling? Wer einen Berufswechsel oder Quereinstieg plant, sollte den Unterschied kennen, denn nicht jede Weiterbildung führt automatisch in eine neue berufliche Richtung.

Was ist Reskilling?

Reskilling bezeichnet den Erwerb neuer Qualifikationen für eine neue Funktion, Rolle oder einen beruflichen Quereinstieg. Im Gegensatz zum Vertiefen bestehender Kenntnisse bereitet es auf umfassendere berufliche Veränderungen vor.

Das kann beispielsweise der Wechsel in eine andere Funktion innerhalb eines Unternehmens sein, aber auch ein Quereinstieg in eine neue Branche oder einen neuen Beruf.

Reskilling und Upskilling: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden oft gemeinsam genannt, beschreiben aber unterschiedliche Wege der beruflichen Entwicklung:

  • Upskilling erweitert oder vertieft vorhandene Fähigkeiten. Sie bleiben in Ihrer bisherigen Funktion oder Branche und entwickeln sich darin weiter.
  • Reskilling bereitet Sie auf eine neue Funktion, veränderte Aufgaben oder einen vollständigen Berufswechsel vor. Dafür erwerben Sie Kompetenzen, die bisher nicht oder nur teilweise zu Ihrem beruflichen Profil gehörten.

Ein Beispiel: Wer im Marketing Datenanalyse-Kenntnisse ausbaut, betreibt Upskilling. Wer hingegen Programmieren lernt, um in die Softwareentwicklung zu wechseln, setzt auf Reskilling.

Warum wird Reskilling immer wichtiger?

Digitalisierung und Automatisierung verändern viele Berufsbilder und die dafür benötigten Kompetenzen. Manche Aufgaben verlieren an Bedeutung, andere werden neu strukturiert und gleichzeitig entstehen neue Tätigkeitsfelder.

Durch gezielte Neuqualifizierung reagieren Sie aktiv auf Veränderungen im Arbeitsmarkt und erschliessen sich neue Berufsfelder.

Dabei müssen Sie nicht bei null anfangen. Erfahrungen und Fähigkeiten aus Ihrem bisherigen Berufsleben können auch bei einem Berufswechsel wertvoll sein. Entscheidend ist, vorhandene Kompetenzen zu erkennen und das Wissen zu ergänzen, das für den gewünschten Quereinstieg noch fehlt, gezielt zu ergänzen.

Welche Fähigkeiten können Sie beim Berufswechsel mitnehmen?

Ein Berufswechsel bedeutet nicht, dass Ihre bisherige Erfahrung an Wert verliert. Viele Kompetenzen lassen sich auf andere Tätigkeiten und Branchen übertragen. Solche übertragbaren Fähigkeiten werden häufig auch als «Transferable Skills» bezeichnet.

Prüfen Sie deshalb nicht nur, welche Fähigkeiten Ihnen für Ihren Wunschberuf fehlen. Fragen Sie sich auch, welche Ihrer vorhandenen Kompetenzen dort weiterhin relevant sind. So können Sie gezielter entscheiden, welche zusätzlichen Kenntnisse Sie für Ihre berufliche Neuorientierung tatsächlich erwerben müssen.

Welche Möglichkeiten für Reskilling gibt es?

Reskilling muss nicht automatisch eine vollständige Umschulung bedeuten. Der passende Lernweg hängt von Ihrem Berufsziel, Ihrer Vorerfahrung sowie Ihren zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten ab.

Mögliche Wege sind:

  • Kurse und Lehrgänge an Hochschulen oder privaten Bildungsinstituten
  • Flexible Online-Lernprogramme
  • Berufsabschlüsse für Erwachsene oder andere formale Qualifikationen
  • Praktika, Freiwilligenarbeit oder eigene Projekte für praktische Erfahrungen
  • interne Aufgaben- oder Funktionswechsel im bisherigen Unternehmen

In der Schweiz stehen je nach Beruf und Ausgangslage unterschiedliche Aus- und Weiterbildungswege zur Verfügung. Neben klassischen Ausbildungen und Umschulungen kommen beispielshalber Angebote der höheren Berufsbildung oder Weiterbildungen an Fachhochschulen infrage.

Tipp: Klären Sie frühzeitig Finanzierungsfragen. Je nach persönlicher Situation und Weiterbildung können etwa Arbeitgeber, das RAV oder andere Stellen Unterstützungsmöglichkeiten bieten. Ob eine finanzielle Unterstützung möglich ist, hängt von den jeweiligen Voraussetzungen ab.

Reskilling: In 5 Schritten zum beruflichen Neustart

Am Anfang ist eine ehrliche Standortbestimmung unerlässlich: Wo stehen Sie, wo wollen Sie hin und welche Kompetenzen fehlen Ihnen für Ihr berufliches Ziel?

  1. Berufsziel definieren: Welchen Beruf oder welche Rolle streben Sie an? Je konkreter Ihr Ziel ist, desto gezielter können Sie die notwendigen Kompetenzen bestimmen.
  2. Soll-Ist-Analyse durchführen: Vergleichen Sie Ihr aktuelles Profil mit den Anforderungen Ihres Zielberufs. Analysieren Sie exemplarisch mehrere Stellenanzeigen und achten Sie darauf, welche vorhandenen Fähigkeiten und Kompetenzen verlangt werden.
  3. Weiterbildungen vergleichen: Prüfen Sie mögliche Bildungsangebote nach Inhalt, Dauer, Kosten, Praxisbezug und Abschluss.
  4. Ressourcen planen: Kalkulieren Sie Zeitaufwand, Budget und mögliche Finanzierung realistisch. Berücksichtigen Sie dabei auch, wie sich die Weiterbildung mit Beruf und Privatleben vereinbaren lässt.
  5. Fahrplan erstellen: Teilen Sie Ihr Ziel in erreichbare Etappen auf. Neben einer Weiterbildung können beispielsweise erste eigene Projekte oder praktische Erfahrungen Teil Ihres Fahrplans sein.

So gelingt der nächste Schritt

Reskilling verbindet Ihre bisherigen Stärken mit neuen Qualifikationen für eine neue berufliche Richtung.

Definieren Sie Ihr Berufsziel und analysieren Sie den tatsächlichen Qualifikationsbedarf. Mit der Work-ID können Sie vorhandene Fähigkeiten erfassen und gezielt ermitteln, welche Kompetenzen Sie noch aufbauen sollten.